|
Magdalena von Rudy
PERSONA SYNDROM
Zwei junge Frauen vergegenwärtigen und verdichten
in einem schlichten Arrangement Ingmar Bergmans Film „Persona“
(1966) – die Geschichte einer Schauspielerin, die sich ins
Schweigen zurückgezogen hat und von einer Krankenschwester
betreut wird. Das Video spiegelt die personelle Grundkonstellation
des Films, die in der laufenden Sequenz nicht in Bildern, sondern
nur über den sehr leisen schwedischen Originalton präsent
ist. Der Monolog behandelt in direkter, unverhüllter Form
ein erotisches Erlebnis. In der Video-Handlung übersetzt
eine der beiden jungen Frauen diesen sehr offenen, immer noch
gewagt scheinenden Monolog ins Deutsche – mit verhaltener,
manchmal stockender, dann wieder naiv-erstaunter, an anderer Stelle
betroffener Stimme. Die teils bis zur Erstarrung ruhigen Gesichter
reflektieren auf mehreren Ebenen die emotionale Grundstimmung
des Bergmann-Film und spiegeln die inneren und äußeren,
von einer tiefen Identitätskrise geprägten Beziehungsebenen.
Durch eine technisch erzeugte Verdoppelung der Gesichter –
sowohl der Sprechenden als auch der in sich gekehrt zuhörenden
Frau – und eine leichte Brennweitenverlagerung der Kamera
wird ein geheimnisvoller Tiefeneindruck erzeugt, der den Betrachter
in einer raffiniert offenen Form gefangennimmt und in das kaum
bewegte Bild zieht. Verbergen und Offenbaren sind auf suggestive
Weise unauflöslich miteinander verschränkt. Somit wird
das Video zu einem in jeder Hinsicht hervorragend gelungenen,
zugleich fragilen und unendlichen Konstrukt, das die Grenzen zwischen
Intimität und Medienreflexion unmerklich ineinander verfließen
lässt und intensives Spiegelbild einer offenen Verstörung
und Identitätskrise ist.
Begründung der Jury zur Verleihung des Videokunstpreises
2006
In: Uwe Rüth (Hg.): Deutsche Videokunst 2004-2006, Ausstellungskatalog
Skulpturenmuseum Glaskasten, Marl 2006
Biografie:
| 1973 |
Geboren 1973 in Ratibor (Polen)
|
| 1995 |
Studium an der Kunstakademie Düsseldorf
|
| 1999 |
Stipendium Soroptimist International
|
| 2000 |
Meisterschülerin von Prof. Tony Cragg
|
| 2001 |
Diplom an der Kunstakademie Düsseldorf
|
| 2006 |
12. Marler Video-Kunst Preis für Deutschland 2004-2006 |
| |
Seit 1991 Mitglied der Theatergruppe „Brot &
Spiele“.
|
| |
Lebt in Wuppertal
www.magdalena-von-rudy.de
|
Ausstellungen:
| 1997 |
”auspolen” - Polnisches Institut
Düsseldorf
|
| 1998 |
”Junge Künstler” - Städtische Galerie
Kaarst
|
| 1999 |
”SOFI” - Dia - Ton - Installation in der
Sternwarte Remscheid
|
| 2000 |
6. Biennale
der Kleinplastik Hilden
”Licht”
– Schloß Wahn Köln/Porz
|
| 2001 |
14.Stuttgarter Filmwinter – Wand 5 e.V. Stuttgart
Leßmann & Lenser Galerie
Rodgau/Frankfurt (EA)
„Blicke
aus dem Ruhrgebiet“ – Filmfestival Bochum
Artvent - Leßmann
& Lenser Galerie Rodgau/Frankfurt
|
| 2002 |
2002 Feminale
– Filmfestival Köln „Gute Seiten Schlechte
Seiten“ – Video- und Diainstallation –
Ullendahler Appel WuppertalCzas
Galerie Krakau (Polen) (EA)
|
| 2003 |
2003 „Fenster nach nebenan“ – Videoinstallation
– Platz der Republik/ Wuppertal
|
| 2004 |
2004 „Love
Shack“ – Kunstraum Deltawerk Solingen (EA)
„Shining“
– One-Hour-Ausstellungsraum Berlin Mitte (EA)
|
| 2006 |
2005 „Secret
Garden“ – Städtische Galerie Remscheid
(EA)
„Pronuncio:
Amor“ – Kunstverein ARTPA Leipzig (EA)
„Niemand
wusste wie sie ausschaute und wann der Schneeaffe seine
Haare verlor“ – IG Metall Wuppertal (EA)
„Morgenstern
/ Abendstern“ - Temporäre Theatrale Zone Köln
|
| 2006 |
60. Bergische
Kunstausstellung – Museum Baden Solingen
60. Bergische
Kunstausstellung – Städtische Galerie Remscheid
12. Marler
Video-Kunst Preis – Skulpturenmuseum Glaskasten Marl
12. Marler
Video-Kunst Preis – Kunstmuseum Kloster Unser Lieben
Frauen Magdeburg
12. Marler
Video-Kunst Preis – Kunsthalle Göppingen
„Terms of Privacy“ – Galerie Zuzanna Mannke
Essen (EA)
„Sedimental
Symmetry“ – Videoinstallation – Barocke
Stadtkirche Remscheid- Lennep (EA)
„Persona
Syndrom“ – Kunstverein Bochum (EA)
|
Ausstellungseröffnung: Sonntag 19.11.2006,
11 Uhr
Es spricht Reinhard Buskies.
Finissage: Sonntag 21.01.2007, 16 Uhr
Mit Videoscreening und Künstlergespräch.
Ausstellungsraum
Haus Kemnade
An der Kemnade 10
45527 Hattingen
Tel. 02324 – 30268
Anfahrt:
A 43, Abfahrt Witten-Herbede, Richtung Hattingen
Öffnungszeiten:
Di. – So. 12 – 18 Uhr
|