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Bettina Marx
Dératisation á Paris

13.04. - 8.06.2008

Haus Kemnade



 


Soeben von ihrem Cité-Stipendiumsaufenthalt zurückgekehrt zeigt Bettina Marx auf Haus Kemnade eine Auswahl ihrer jüngsten in Paris entstandenen Gemälde und integriert sie teilweise in eine auf den Raum bezogene Wandmalerei, welche somit einen – für die Dauer der Ausstellung bestehenden – neuen Kontext bildet. Ebenso wie die Wandmalerei, in der vor allem Zeichnerisches und die unterschiedlichsten Formen von Malerei einander gegenüber stehen, folgen auch die Gemälde selbst entgegengesetzten Bestimmungen: Insbesondere in den beiden ausgestellten Großformaten „Lav“ und „Turm“ wird deutlich, dass die Bilder von Bettina Marx einerseits ausgehen von Eindrücken der direkt gesehenen oder bereits medial vermittelten Wirklichkeit. Und obwohl die Bilder sich dabei – selten für das Bildganze, häufig aber für bestimmte Details – solcher in Zeichnungen vorgefassten Form- und Farbvorstellungen bedienen, handelt es sich bei ihnen andererseits keineswegs um strikte Verwirklichungen eines vorentworfenen Konzepts: Das Verfahren der Bildherstellung bleibt vielmehr auch für die Künstlerin überraschend und voller Neueinfälle, und es ist angesichts der malerischen Resultate offensichtlich, dass diese die im Verfahren des Machens selbst bedingten Unvorhersehbarkeiten - wie beispielsweise die von der Künstlerin bewusst provozierten Zufälle und Nachlässigkeiten des meist dünnflüssigen Farbauftrags - in ihre Wirkung einbeziehen.
Stets greifen - wie im abgebildeten kleinformatigen Beispiel „Glashaus“ gegenständlich identifizierbare, das heißt also wiedererkennbare und ungegenständlich wirkende Farbformen ineinander. Überall herrscht anstelle eines Entweder-Oder ein spannungsvolles Sowohl-als-Auch von Abstraktion und Konkretion, das zwar einen stimmig erscheinenden Zusammenhang ergibt, aber keine festgefügte, ein-für-alle-Mal bestehende Ordnung. Ähnlich wie jedes der Bilder von Bettina Marx weniger endgültigen als vielmehr vorendgültigen Charakter hat, wirkt auch der auf Kemnade geschaffene Zusammenhang aus ihren Bildern und der Wandmalerei zwar keineswegs beliebig, doch offen auf Veränderung und variabel.
Und sicher kann einem solchen Eindruck des Vorendgültigen auch die widersprüchliche Motivwelt entsprechen, die insbesondere Landschaftliches und Architektonisches miteinander verbindet. Sie weckt unterschiedliche Assoziationen beim Betrachter und lässt sich nicht so leicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Aber gerade die Unlösbarkeit der Bildrätsel von Bettina Marx schärft den Blick für das Besondere des von ihr Gemalten als Gemaltes, das sich von jedem Vorbild in der äußeren Wirklichkeit unterscheidet.

Ulrich Fernkorn

Biografie:

1981 geboren in Bonn, lebt und arbeitet in Münster
seit 2002 Studium an der Kunstakademie Münster
(Prof. Udo Scheel, Prof. Cornelius Völker)

Stipendien:

2007 Gotland-Stipendium des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
2008 Cité internationale des Arts, Paris

Ausstellungen (Auswahl):

2003 „Alles in Allem“ Klassenausstellung, Museumsabtei Liesborn
2005 „Kunst aus der Region 2005“, Kunsthaus Gravenhorst
2006 Förderpreisausstellung der Kunstakademie Münster in der zeitgenössischen Ausstellungshalle Münster
„Malerei“ Kunstverein Dülmen (E)
„Fläche & Form“, Städtische Galerie Lippstadt
2007 „Bäume im Wald sehen“ tat.ort Gestalt, Kiel (E)
„Blackbox Landschaft. Malerei.“, Kunstverein Greven (E)
„Gotlandschaft“, Galerie Hübner, Frankfurt (E)
„Blumenhecht“, Stiftung Burg Kniphausen, Wilhelmshaven


Eröffnung: Sonntag, 13. April 2008 um 11 Uhr
Einführende Worte: Ulrich Fernkorn


Ausstellungsraum
Haus Kemnade
An der Kemnade 10
45527 Hattingen
Tel. 02324 – 30268

Anfahrt:
A 43, Abfahrt Witten-Herbede, Richtung Hattingen

Öffnungszeiten:
Di. – So. 11 – 17 Uhr (1. November – 30. April)
Di. – So. 12 – 18 Uhr (1. Mai – 31. Oktober)


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