Archiv: Ausstellungen

Wolfgang Lüttgens

04.03. bis 06.05.2007

Wolfgang Lüttgens

Die Gesänge

Für die Installation Die Gesänge verwendet Lüttgens schmale, schwarze Carbonbänder, wie sie beim Schreiben mit der Schreibmaschine vor noch nicht allzu lang zurückliegender Zeit massenhaft Verwendung fanden. Federleicht, leise vom Luftzug bewegt, fluten die Schriftbänder von der Decke herab und verbinden sich zu einer von Schatten und Lichtreflexen belebten Zeichnung im Raum. Mit dem Wechsel von Verdichtung und Öffnung definieren sie den Raum in Abhängigkeit vom jeweiligen Standort des Betrachters ständig neu.
Die verwendeten Bänder sind allesamt benutzt. Sie bewahren als Negativform die lückenlos aneinandergereihten Buchstaben eines verlorenen Textes. Diese Spur des Schreibens läßt den geschriebenen Text, die Odyssee Homers, rekonstruierbar werden. Gleichwohl sind es immer nur kurze Ausschnitte, die als Fragmente der umfangreichen Erzählung dem Auge des Betrachters zugänglich sind. Von der ursprünglichen Information bleiben nur Restbestände in Form minimaler Anhaltspunkte zurück, an denen sich Erinnerung und Imagination festmachen.

Homepage Wolfgang Lüttgens

Eröffnung: Sonntag 04.03.2007 um12 Uhr
Es spricht:
Sabine Müller