Der Kunstverein Bochum reaktiviert das Klangkunstprojekt „Sehen Sie hier!“ von Michael Pohl im Stadtpark

Michael Pohl: „Sehen Sie hier!“

Einundzwanzig ortsspezifische Hörstücke können mithilfe einer Smartphone-App an verschiedenen Orten im Park angehört werden.

Unter den Beschränkungen der Corona-Krise hat sich das kulturelle Leben weitgehend ins Internet verlagert. Auch der Ausstellungsraum des Bochumer Kunstvereins im Haus Kemnade ist zur Zeit geschlossen und wird frühestens im Juni wieder öffnen können. Der Kunstverein Bochum beschränkt vor diesem Hintergrund seine Aktivitäten jedoch nicht auf das Internet, sondern präsentiert mit „Sehen Sie hier!" des Berliner Künstlers Michael Pohl eine außergewöhnliche Klangarbeit im Stadtpark, die den Bürgern rund um die Uhr zugänglich ist.

Anders als der Titel vermuten lässt, geht es dabei jedoch weniger um das Sehen, sondern vielmehr um das Hören. 21 ortsspezifische Hörstücke hat Michael Pohl gemeinsam mit weiteren Künstler*innen (Johannes Albers, Fritz Bornstück, Cynthia Browne, Martijn in 't Veld, Inga Krüger, Gisa Pantel und René Haustein) für den Bochumer Stadtpark geschaffen. Mit einer eigens entwickelten Smartphone-App wird der Besucher an verschiedene Orte im Park geführt, an denen dann die jeweilige Audiodatei über das Smartphone abgespielt wird.

Als Grundlage für die Hörstücke dienen literarische Vorlagen, die mit ortsspezifischen Elementen vermischt werden. Im Sinne einer Augmented Reality wird das Fiktive dabei mit der realen Erfahrung des Ortes gemischt. So begegnen wir beispielsweise auf einer Wiese am Teich einem fiktiven Riesenkraken oder treffen am Parkeingang gegenüber des Kunstmuseums auf ein imaginäres Kunstwerk, das letztlich unsichtbar bleibt, weil es von der Künstlerin Gisa Pantel im Laufe der Zeit unmerklich bis zum Verschwinden geschrumpft wurde. Der Betrachter ist dabei auf seine eigene Vorstellungskraft angewiesen, um die Dinge tatsächlich vor seinem inneren Auge zu „sehen".

Die Arbeit stammt bereits aus dem letzten Jahr und wurde von Michael Pohl für das Ausstellungsprojekt „Hybrid Realities" des Kunstvereins geschaffen. Nun ist das Werk in einer aktualisierten Version wieder verfügbar. Die entsprechende App ist unter dem Titel „Sehen Sie hier" für Android (ab Version 5.0) und iOS (ab Version 11.0) im Google Play oder Appstore kostenlos herunterzuladen. Sie können aber auch auf der Webseite des Kunstvereins einen QR-Code scannen und die App automatisch aufrufen.

Weitere Informationen unter: www.kunstverein-bochum.de

 

 
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