Vortrag

14 Feb 2024, 18:00 bis 19:00 Uhr

Caspar David Friedrich

Referent: Ulrich Marquardt

Ort: Museum Bochum

Zum 250. Geburtstag des Romantikers Caspar David Friedrich bietet der Kunstverein Bochum einen Vortrag zur Landschaftsmalerei des Künstlers an, der in vielen seiner Arbeiten versucht hat, die mannigfaltigen Stimmungen von Natur und Mensch in Einklang zu bringen.

Der Eintritt ist frei

 

 

 

 

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Caspar David Friedrich strebt eine Landschaftsmalerei an, in der die Natur zum Spiegel der Seele wird.
Hierfür verlässt er ganz bewusst die städtische Umgebung, um der ursprünglichen Natur zu begegnen. Ganz allein will er sein und in stiller Versenkung und reiner Anschauung die landschaftliche Natur auf sich wirken zu lassen ... um ein Zwiegespräch zwischen Mensch und Landschaft zu ermöglichen und den Gleichklang von Menschen-Seele und Natur-Seele zu erfahren.
An einem Portrait der erschauten Landschaft ist Friedrich nicht interessiert.
Der Maler soll nicht bloß malen, was er vor sich sieht, sondern auch was er in sich sieht.
Sieht er aber nichts in sich, so unterlasse er auch zu malen, was er vor sich sieht.

In dem Vortrag geht es um einen knappen Einblick in die Entwicklung der Landschaftsmalerei, um die verschiedenen sozialen Kontexte, die eine unterschiedliche Sicht auf die Natur befördert haben. Stilgeschichtlichen Vergleiche sollen helfen, die Besonderheit Friedrichs aufzuspüren.
In diesem Sinne geht es auch um die Biographie Friedrichs, um seine künstlerische Ausbildung und nicht zuletzt um den Kontext der napoleonischen Kriege, die Restauration und die Hoffnung der „Demagogen" auf ein geeintes Deutschland.
Ganz zentral ist natürlich die formale Betrachtung seiner bekanntesten Werke – der Mönch am Meer, die Abtei im Eichwald, die Landschaft mit dem Regenbogen ... und der Kreidefelsen; daneben Friedrichs handwerkliche Methoden, seine besondere Kompositionsweise und seine gänzlich neue Raumauffassung.

Trotz der sehr unterschiedlichen Deutungen seiner Bilder – die nicht unterschlagen werden sollen – will der Vortrag zentrale Bedeutungsebenen zur Sprache bringen, ebenso die verschiedenen „Vereinnahmungen" durch den Nationalsozialismus, die ehemalige DDR, die 68er ... die Kunst der Moderne (die Farbfeldmalerei) und nicht zuletzt durch die Werbung.

Der Vortrag kann viele bekannte Werke wachrufen, allerdings möchte ich behaupten, dass gerade bei Friedrich eine Begegnung mit dem Original absolut zwingend ist – dass Friedrichs Farbigkeit und Hell-Dunkel durch Fotografien oder Lichtbilder letztlich nicht reproduzierbar ist und so eine Exkursion nach Hamburg, Berlin oder Dresden durchaus angesagt erscheint.

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