Ausstellungen

Albert Weis

parade (silver)

19. April 2015 bis 5. Juli 2015

Foto: Albert Weis

Albert Weis setzt sich mit Ideen und Utopien der Moderne wie auch mit Situationen, Prozessen und Veränderungen des öffentlichen Raumes auseinander. Sein Werk verdankt sich einem konzeptuellen Ansatz zwischen Abstraktion und Analyse, zwischen Konstruktion und Rekonstruktion. Die Skulpturen, Installationen und Kollagen basieren dabei auf elementaren künstlerischen Verfahren wie Faltung, Spiegelung oder Reihung, sie folgen einer reduzierten Bildsprache, die mitunter an Werke der Minimal Art oder der Konkreten Kunst denken lässt. Ebenso aber bezieht Albert Weis Bildmedien wie Fotografie oder Video mit ein. Weis' künstlerische Arbeit ist damit weniger als Fortsetzung bestimmter Richtungen begreifbar, sondern erweist sich vielmehr umfassend als Reflex einer omnipräsenten Moderne aus der medialen Perspektive des 21. Jahrhunderts.

Für den Kunstverein Bochum realisiert Weis unter anderem eine für die Wandarbeit auf der 8 Meter breiten Stirnwand des Ausstellungsraums. Große Bereiche der Wandfläche werden von einer dünnen Silberfolie abgedeckt, unter deren Oberfläche sich die Konturen einer eingearbeiteten Papierfaltung abzeichnen. Zugleich schreiben sich in die Unebenheiten des historischen Gemäuers wie auch die Spuren, die ein langjähriger Ausstellungsbetrieb auf der verputzten Oberfläche der Wand hinterlassen hat, in die silberne Haut ein. Weis' künstlerische Intervention wird damit nicht zuletzt zu einem Instrument der Sichtbarmachung kultureller, historischer und funktionaler Implikationen des (Ausstellungseröffnung-)Ortes.

Mit der raumgreifenden Videoinstallation parade zeigt Albert Weis eine weitere neue Arbeit. Dabei fällt das projizierte Bild nicht direkt auf die Wand, sondern wird mehrfach durch ein gefaltetes Lochblech gebrochen, erscheint teils gespiegelt auf der Rückseite und entzieht sich so weitgehend einer linearen Lesbarkeit. Ein solches Vorgehen ist bezeichnend für das Werk von Albert Weis. Immer wieder sind es Brechungen, Verschiebungen und Spiegelungen oder auch Überlagerungen und Überdeckungen, die sich in unsere Sicht hineinschieben. Die vertraute Direktheit visueller Welterfahrung weicht dabei zunehmend einem Bewusstsein für die Mittelbarkeit von Erkennen und Erkenntnis.

Die Eröffnung findet am 19. April um 11 Uhr auf Haus Kemnade statt, Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen.
Einführende Worte von Steffen Fischer, Museum Goch

Die Einladungskarte finden Sie hier.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Museum Goch. Dort ist vom 15.3. bis zum 17.5.2015 unter dem Titel silver eine umfangreiche Werkschau von Albert Weis zu sehen.  Als gemeinsame Veranstaltung des Kunstvereins Bochum und des Museum Goch findet am 17. Mai um 17 Uhr in den Räumen des Museums (Kastellstr. 9, 47574 Goch) ein Podiumsgespräch mit Albert Weis sowie u.a. Prof. Dr. Richard Hoppe-Sailer (Kunstverein Bochum) und Dr. Stephan Mann (Museum Goch) statt.

 

HINWEIS: Die Ausstellung auf Haus Kemnade ist am 9.5. und 10.5. geschlossen.

Ausstellungsraum

Haus Kemnade
An der Kemnade 10
45527 Hattingen
Tel. 02324 – 30268

Anfahrt:
A 43, Abfahrt Witten-Herbede, Richtung Hattingen

Bushaltestelle: Hattingen, Haus Kemnade [Linie CE31]

Öffnungszeiten:
Di. – So., 11 – 17 Uhr (Nov. - April)
Di. – So., 12 – 18 Uhr (Mai - Okt.)