11.Oktober 2026 bis 4. April 2027
Cross Check ist ein länderübergreifendes Kooperations- und Austauschprojekt von drei Kunstinstitutionen aus Deutschland, Griechenland und Dänemark: dem Kunstverein Bochum, dem Museum of Contremporary Art in Rethymnon und der Ausstellungsraum Sydhavn Station in Kopenhagen. Mit Ausstellungen sowie begleitenden Veranstaltungen wie Performances, Diskussionen und Workshops bringt Cross Check künstlerische Positionen aus den drei Ländern zusammen und schafft einen Raum für einen grenzübergreifenden Dialog und Diskurs. Den Auftakt macht der Kunstverein Bochum, wo die Ausstellung am 11.10. um 15 Uhr eröffnet wird.
Im Zentrum des Projektes steht die künstlerische Auseinandersetzung mit Wirklichkeitswahrnehmung und Wirklichkeitskonstruktionen im zeitgenössischen Europa vor dem Hintergrund aktueller politischer und sozialer Transformationsprozesse. Kunst wird dabei als offenes, pluralistisches Medium verstanden, um unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und Verständigungsprozesse anzustoßen. Cross Check begreift europäische Vielfalt als gemeinsames Potenzial und lässt den europäischen Gedanken als gelebte Praxis sichtbar und erfahrbar werden.
Die Kerngruppe der Künstler*innen bilden Chris Doulgeris (Athen, GR), Anne Langgaard (Copenhagen, DK), Tíne Bay Lührssen (Düsseldorf, D) und Evangelos Papadopoulos (Düsseldorf, D). Darüber hinaus werden an den einzelnen Ausstellungsstationen Künstlerinnen Künstler aus den jeweiligen Ländern einbezogen.In Bochum ist unter anderem Matthias Schamp als Gastkünstler mit einer Performance vertreten.
Ein zentrales Werk in der Ausstellung ist die Bodenarbeit Common Ground von Anne Langgaard, eine in Bronze abgegossene, fragmentierte und in eine versetzte Skulptur überführte Europalette. Als standardisierte und zugleich weitgehend unsichtbare Infrastruktur steht die Europalette den europaweiten Warenverkehr und für einen Austausch von Gütern. In der künstlerischen Transformation macht Anne Langgaards Arbeit jene Strukturen sichtbar, die Bewegung, Zugang und Gemeinschaft organisieren. Common Ground auf einen gemeinsamen infrastrukturellen Boden, der die europäischen Länder miteinander verbindet und reflektiert zugleich dessen Fragilität in einer Zeit, in der gemeinsame Strukturen zunehmend zur Disposition stehen.
Tine Bay Lührssen greift in ihrer Installation Display and Options auf die ästhetischen Formen und Konzepte der historischen Avantgarden zurück. Diese bildeten zu Beginn des 20. Jahrhunderts, lange bevor sich politische Vorstellungen eines vereinten Europas herausbildeten, über Ländergrenzen hinweg ein Netzwerk des kulturellen Austauschs mit Zentren in Paris, Berlin, Zürich oder Mailand. Vor diesem Hintergrund lässt sich Display and Options als Modell eines europäischen Erfahrungsraums verstehen. Bewegliche Konstellationen aus Körpern, Oberflächen und Zwischenräumen schaffen ein variables Gefüge, in dem Grenzen nicht als feste Trennlinien erscheinen, sondern als bewegliche und verhandelbare Strukturen.
Chris Doulgeris beschäftigt sich in seinem Projekt Optography mit Fragen der Nachhaltigkeit und dem Umgang mit Ressourcen in europäischen wie in globalen Zusammenhängen. Sein konzeptueller Ansatz schließt hoch ästhetisch anmutende Ausdrucke von beschädigten, nicht mehr einwandfrei funktionierenden Druckern, die Drucker selbst als skulpturale Objekte oder auch von Arbeitenden in Drittländern handgeknüpfte Teppiche ein. Vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklung politischer Ereignisse werden Motive wie der letzte Atemzug der Drucker oder das gleichberechtigte Nebeneinander von Ausdrucksmittel zu lesbaren Metaphern in Richtung eines verstärkten öffentlichen Bewusstseins für Inklusion, Vielfalt und Gedankenfreiheit.
Die Arbeiten von Evangelos Papadopoulos bewegen sich an der Schnittstellen von virtueller und physischer Realität und hinterfragen grundsätzlich unsere Vorstellungen von dem, was uns als Wirklichkeit erscheint. Fragmente der physischen Welt werden dabei digitalisiert und in neue, hybride Formen transformiert, die stets Spuren ihrer physischen Herkunft und digitalen Manipulation in sich tragen. In Zeiten, in denen die Hybris digitaler Medien zusehends problematisch auf demokratische Gesellschaften einwirkt, richten die Arbeiten von Evangelos Papadopoulos auch im Digitalen den Blick zurück auf das Faktische der physischen Wirklichkeit.
Kunstverein Bochum: 11.Oktober 2026 bis 4. April 2027
Eröffnung: Sonntag, 11.10.2026, 15 Uhr
Einführende Worte: Reinhard Buskies, Kurator des Projektes
Die weiteren Stationen sind:
Contemporary Art Museum of Crete, Rethymnon (GR): April bis Juni 2027
Station Sydhavnen, Kopenhagen (DK): September bis Oktober 2028
Haus Kemnade
An der Kemnade 10
45527 Hattingen
Tel. 02324 – 30268
Anfahrt:
A 43, Abfahrt Witten-Herbede, Richtung Hattingen
Bushaltestelle: Haus Kemnade, VRR Linie 350
Öffnungszeiten
Im Sommer (Mai bis Oktober):
Dienstag bis Sonntag, 12.00 Uhr - 18.00 Uhr
Im Winter (November bis April):
Dienstag bis Sonntag, 11.00 Uhr - 17.00 Uhr
Montags geschlossen.